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adam, prof. dr. med olaf prof. dr. med. olaf adam ist arzt und experte auf dem gebiet der ernährungsmedizin. zahlreiche veröffentlichte arbeiten, u.a. über fettstoffwechsel, antioxidantien, ernährung, rheumatologie etc. und die mitwirkung innerhalb zahlreicher wissenschaftlichen fachkommissionen lassen ihn auf ein breites erfahrungsspektrum zurückblicken. wie auch die therapie von fratzer und hebener zielen auch die ernährungsrichtlinien von olaf adam darauf, die entzündungsprozesse im körper zu verhindern oder zu reduzieren. der biochemische ablauf beginnt damit, dass bestimmte abwehrzellen (leukozyten, mastzellen, monozyten und lymphozyten) aktiviert werden und botenstoffe freisetzen. diese stoffe, als eicosanoide bezeichnet, werden aus einer einzigen fettsäure, der arachidonsäure hergestellt und bestimmen das entzündungsgeschehen.
die bei u.a. MS krankhaft gesteigerte bildung dieser eicosanoide kann durch eine reduktion der arachidonsäure im körper unterdrückt werden. dies gelingt laut adam's empfehlungen indem man auf nahrungsmittel tierischer herkunft verzichtet und mit der einnahme von antioxidantien und fischölfettsäuren beginnt. arachidonsäure wird im tierischen (und menschlichen) organismus aus linolsäure gebildet, jedoch ist diese menge genau reguliert und sehr begrenzt. mit tierischer nahrung wird die arachidonsäure direkt aufgenommen. ebendiese wird von unserem organismus verwendet, um u.a. entzündungsvermittelnde eicosanoide herzustellen. in pflanzen selbst wird keine arachidonsäure gebildet, weshalb eine vegetarische ernährung ein wesentlicher beitrag zur verringerung des entzündungsgeschehens ist. mehrfach ungesättigte fettsäuren: laut adam ist die richtige zufuhr mehrfach
ungesättigter fettsäuren die wichtigste diätetische massnahme
bei MS.
im speziellen erwähnt adam die die entzündungshemmende wirkung der omega-6-gamma-linolensäure (borretsch-/nachtkerzenöl), der omega-3-alpha-linolensäure (umwandlung in EPA) und der fischöle (entzündungshemmendes EPA). fischöle werden laut adam zu beginn am besten mit kapseln eingenommen, um eine ausreichende versorgung zu gewährleisten. anfangs wird eine dosis von 900mg EPA/tag empfohlen. nach etwa 2 monaten kann die dosis auf 300mg/tag reduziert werden. ab diesem zeitpunkt ist die alleinige zufuhr von EPA mit der nahrung möglich, indem z.b. zwei matjes-heringe pro woche verzehrt werden. hierbei ist unbedingt auf die herkunft der fische zu achten. zuchtlachse z.b. haben einen wesentlich geringeren anteil an EPA als ihre "wilden" freunde. zu den fischölen wird gleichzeitig begonnen, die in diesem zusammenhang richtigen speiseöle zu verwenden. anstatt der üblichen linolsäure-reichen öle wie distelöl, sonnenblumenöl, maisöl etc. werden nun öle mit einem hohen anteil an alpha-linolensäure verwendet. z.b. leinöl, rapsöl, walnussöl, sojaöl. mit dieser ernährung sinkt der spiegel der arachidonsäure langsam ab. nach etwa 6 monaten, wenn der spiegel der EPA optimal eingestellt ist, genügt meistens die verwendung der entsprechenden speiseöle und zwei wöchentlichen fischmahlzeiten. antioxidantien: adam erwähnt die antioxidative wirkung der vitamine C und E, sowie der spurenelemente selen, kupfer und zink. hier sei auf einen ausgewogene ernährung und gegebenenfalls auf eine zusätzliche einnahme von vitamin E und selen zu achten. vitamin C ist in einer menge von etwa 200mg täglich ausreichend, um die körperspeicher zu füllen. während eines schubes ist eine tägliche aufnahme von 200mg vitamin E empfehlenswert. sonst genügen 100mg. selen wird in einer menge von etwa 100mcg pro tag benötigt. meist wird über die tägliche ernährung jedoch nur etwa 50mcg aufgenommen, was eine zusätzliche einnahme von 50mcg im falle einer remission, und in der schubphase von 100mcg, bedingt. kupfer, zink und selen sind wichtige bestandteile der antioxidativen wirkung bestimmter enzyme, weshalb eine optimale versorgung die wirksamkeit deutlich verbessert. zusammenfassend lässt sich folgende
diät zusammenstellen:
eine zu
hohe eisenzufuhr kann bei entzündlichen erkrankungen die entzündung
verstärken und den organismus belasten.
psoralen : adam erwähnt zusätzlich den wirkstoff psoralen, welcher eine besserung des verlaufes bei MS bewirken kann. psoralen (5-methoxypsoralen) hemmt den kaliumtransport und kann nervenfasern, wenn sie noch nicht ganz unterbrochen sind, wieder leitfähig machen. anwendungsstudien bei MS-patienten zeigten erste erfolge. die erforderliche dosis liegt bei etwa 20mg pro tag.
zudem enthält das buch "ernährungsrichtlinien bei MS" zusätzliche tabellen empfehlenswerter und nicht empfehlenswerter nahrungsmittel, übersichtstabellen mit fettsäuregehalten, selen-/zink-/kupfer-/vit.C-/karotin-/vit.A-/vit.E-reiche lebensmittel sowie beispiele ausgewählter fischölpräparaten. adam veröffentlichte ein buch names "diät + rat bei rheuma und osteoporose", welches die eigentlich gleichen empfehlungen beinhaltet, welche auch für MS gelten, jedoch werden in diesem buch die zusammenhänge und beschreibungen der fettsäuren etwas näher angeschaut. interessant ist zudem der offensichtliche widerspruch der diäten von adam zu fratzer oder hebener, bei welcher entweder eine linolsäure-arme (hebener/fratzer) oder eine linolsäure-normalisierte (adam) diät empfohlen wird. eine detaillierte auseinandersetzung unsererseits ist im stichwort "linolsäure - viel oder wenig ?" zu finden. mehr informationen zu den fetten und ihren wirkungen, zu omega3/6, arachidonsäure bei uns im separaten kapitel "fette".
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