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ihmig, helmut
helmut ihmig,
1941 in düsseldorf geboren und selbst MS-betroffen, begann schon
bald nach der diagnose und ersten versuchen einer selbstbehandlung mit
dem studium der biologie an der universität hamburg. mit erkenntnissen
am eigenen körper und dem erlernten näherte er sich immer mehr
einer hypothese, welche ihm selbst zu einem stabilen zustand des verlaufes
verhalf.
durch über
jahre hinweg aufgezeichnete daten und einer scharfen beobachtungsgabe
fiel ihm auf, dass er nur dann einen schlechteren zustand erreichte, wenn
er nahrungsmittel zu sich nahm, welche einen hohen anteil an kleinstlebewesen
haben. erst dachte er, dass dies vor allem hefe sei, welche in gärungsprodukten
vorkommt. später musste er diese idee korrigieren, da es nicht die
hefe war, sondern bakterien. solche bakterien, welche auch die
verderbnis der speisen verursachen.
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der
auslösende stoff ist nach ihmig ein ausscheidungsprodukt eiweissabbauender
bakterien.
zur
erklärung: bakterien bedienen sich für ihre arbeit
bestimmter werkzeuge, sogenannter enzyme,
und diese sind von bakterie zu bakterie anders, d.h. individuell
angepasst. bei den erwähnten verdächtigen ausscheidungsprodukten
kann es sich um werkzeuge handeln, welche für den bakteriellen
abbau von eiweiss produziert und ausgeschieden werden.
dies zur einen seite der hypothese.
die
andere seite, die heftigkeit der reaktionen des immunsystems, erklärt
er einfach ausgedrückt als allergie. normalerweise finden
allergien an äusseren und inneren körperoberflächen
statt, d.h. an haut, atem-/ oder verdauungswegen. so gesehen ist
das zentrale nervensystem (ZNS) für solche allergene beinah
unerreichbar. dieser umstand erklärt ihmig damit, dass der
allergieauslösende fremdstoff so klein sein muss, dass
vom körper gar keine andere als eine allergische reaktion erwartet
werden kann. der fremdstoff vermag körpereigenes gewebe, im
falle der MS das nervengewebe, zu maskieren und verändert dies
in einer derartigen weise, dass der körper dieses nicht mehr
erkennt und als fremd ansieht. ebendiese ausscheidungsprodukte sind
derart klein, als dass sie ungehindert ins ZNS eindringen können
und dort das gewebe maskieren. eine abwehrreaktion, bei welcher
die oberflächenbereiche der nervengewebe zerstört werden,
setzt ein.
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therapeutische
konsequenz:
als einzige
therapeutische konsequenz sieht ihmig nicht nur das einhalten einer diät,
sondern vielmehr eine grundlegende, radikale umstellung der ernährungsweise.
das weglassen
jeglicher verdächtiger lebensmittel ist deshalb essentiell. ein gangbarer
lösungsweg ist also der systematische verzicht auf lebensmittel,
die bei der herstellung, beim vertrieb, beim verkauf und im haushalt mikroorganismen
als nährboden gedient haben.
die diät
umfasst konkret folgendes:
zustand
der nahrungsmittel:
alle
speisen sind unmittelbar nach der zubereitung zu verzehren, um ein anwachsen
der keime und somit den bakteriellen abbau der nahrungsmittel zu verhindern.
die bedingungen des bakteriellen wachstums sind:
1.
es muss ein bakterieller nährboden vorhanden sein.
2. der nährboden muss durch bakterien infiziert sein.
3. der wassergehalt des nährbodes muss ausreichend hoch sein.
4. die umgebungstemperatur muss bakteriellen wachstum zulassen. (kühlschrankkälte
bis dampfkochtopfhitze)
alle speisen
sind innerhalb einer stunde nach der zubereitung zu verzehren !
gärungsprodukte:
als nährstoffe sind wegzulassen:
1. alle alkoholischen getränke
2. speiseessig (gärungsessig)
3. malzbier
4. sauerkraut
milch
und milchprodukte:
wegzulassen sind:
1. milch
2. milchprodukte wie z.b. buttermilch, joghurt, kefir, quark, käse,
butter, speiseeis, milchgebäck und milchschokolade
milch ist
ein hervorragender nährboden für mikroorganismen. durch verzicht
ist ein möglicher mangel an einweiss und bestimmten mineralien zu
beachten. dies kann durch die tägliche zufuhr von einer bestimmten
menge fleisch kompensiert werden.
fleisch
und fleischwaren:
fleisch ist nur im schlachtfrischen zustand zu verzehren !
die zeitspanne zwischen schlachtung, verarbeitung und letztendlicher zubereitung
sollte laut ihmig erfahrungen nicht mehr als 10 stunden betragen. auf
fertigprodukte wie wurst, schinken, leberkäse etc. ist unbedingt
zu verzichten.
einkochen:
das einkochen (sterilisieren) ist ein bevorzugtes konservierungsverfahren.
die technik des einkochens widersetzt sich allen fünf bedingungen
des bakteriellen wachstums, weshalb dieses in portionengerechter anwendung
neben dem tiefgefrieren am geeignetsten scheint, um lebensmittel portionenweise
aufzubewahren.
tiefgefrieren:
neben einkochen ist tiefgefrieren ebenfalls ein bevorzugtes konservierungsverfahren.
die umgebungstemperatur von etwa -18grad hemmt die vierte bedingung des
bakteriellen wachstums, die umgebungstemperatur. je nach grösse des
nahrungsmittels sollte der turbo-modus des gefriergerätes genutzt
werden, um die überbrückende zeit des langsam gefrierens zu
verkürzen. dasselbe gilt beim auftauen, wo das aufzutauende lebensmittel
nochmals gelegenheit hat, keime zu bilden. so gilt es, am besten die speisen
in gefrorendem zustand direkt in die heisse bratpfanne zu geben.
fisch:
fisch ist nur im fangfrischen zustand zu verzehren, d.h. am besten innerhalb
zehn stunden.
bei tiefgefrorenem fisch sollte man auf hinweise auf der packung achten,
welche auf eine verarbeitung und gefrierung auf hoher see hinweisen. ebenso
ist zu kontrollieren, wie der tiefgefrorene fisch im supermarkt angeboten
wird, bzw. ob das tiefkühlregal auch die erforderlichen kühltemperaturen
aufweist.
wild
und geflügel:
- wild ist als nahrungs wegzulassen.
- geflügel ist nur in schlachtfrischem zustand zum verzehr geeignet.
wild wird nach dem erlegen und ausweiden meist noch abgehangen, so dass
die keimbildung alle chancen hat. bei geflügel sucht man am besten
einen bauernhof oder betrieb auf, der geflügel in schlachtfrischem
zustand verkauft.
öle
und fette:
die der gewinnung von öl oder fett zugrundliegenden früchte,
samen oder schlachterwaren, dürfen mikrobiell nicht angegriffen sein.
verschiedene hinweise liessen ihmig vermuten, dass auch die handelsüblichen
öle und fette diese bakterien enthalten, was ev. mit dem oft langen
transportweg der ölfrüchte und samen zu erklären ist, welche
bei hoher luftfeuchtigkeit mikrobiell angegriffen werden. hierbei ausgenommen
sind festes palmöl und schweineschmalz.
zucker
und honig:
zucker ist als nährstoff wegzulassen. bei honig ist vorsicht geboten.
eier:
nur frische eier sind zum verzehr geeignet.
das ei ist eigentlich ein ideales nahrungsmittel. die schale dient für
den inhalt als schutzwand. vorsicht: das ei darf nicht eingerissen sein
und wird am besten nicht mehr als eine woche kühl gelagert.
körner,
kartoffeln, nüsse:
- samenkörner von getreidepflanzen sind zum verzehr geeignet.
diese sind aufgrund ihres geringen wassergehaltes von selbst geschützt.
- kartoffeln sind nur vorübergehend zum verzehr geeignet.
die kartoffel ist aufgrund ihres hohen gehaltes an wasser der gefahr eines
mikrobiellen angriffs ausgesetzt. daher die kartoffel immer auf äusserliche
auffälligkeiten prüfen und bei geringem verdacht weglassen.
grundsätzlich saisonale kartoffeln konsumieren und nie in plastiktüten
einkaufen.
- nur frische nüsse sind zum verzehr geeignet.
nüsse haben eigentlich einen hohen wassergehalt, werden jedoch getrocknet.
frischezustand (bitterkeit etc.) kontrollieren.
back-
und teigwaren:
back- und teigwaren dürfen keine verbotenen zusätze enthalten.
verbotene zusätze sind hefe, sauerteig, milch, milchprodukte, zucker
oder produkte, deren frischegrad im nachhinein nicht mehr überprüft
werden kann, wie z.b. eier.
empfohlen ist u.a.:
1. knäckebrotsorten verwenden, welche nur aus mehl, salz und wasser
hergestellt wurden. packungsbeilage beachten.
2. brot selber backen unter den oben erwähnten voraussetzungen !
3. pfannkuchen als brotersatz.
obst,
gemüse, pilze:
- bei obst und gemüse ist streng auf die frische der waren zu achten.
- pilze sind nur im pflückfrischen zustand zum verzehr geeignet.
bei gemüse und obst ebenfalls auf äussere verderbnis achtgeben.
keine früchte im plastikbeutel kaufen.
nichtalkoholische
getränke:
wegzulassen sind:
1. käufliche obst- und gemüsesäfte
2. schwarzer tee
3. kakaogetränke
4. limonaden und cola-getränke
obst und gemüsesäfte am besten frisch zubereiten und eine stunde
nach der herstellung konsumieren. limonaden und cola-getränke sind
aufgrund ihres zuckergehaltes wegzulassen.
küchenkräuter,
gewürze, fleischzartmacher:
- küchenkräuter sind wie gemüse zu behandeln.
- reine gewürze sind zur verwendung geeignet.
- fleischzartmacher sind wegzulassen.
bei gewürzen gilt die uneingeschränkte verwendung vor allem
für getrocknete produkte. aufgrund der schwierigkeit zur rückschliessung
auf den frischegrad sollte auf gewürzmischungen verzichtet werden.
auf würzige produkte wie senf, brüh- oder suppenwürfel,
fertigsaucen, ketchup, dressings etc. ist grundsätzlich zu verzichten.
sonstiges:
- auf verarbeitungsprodukte von grundnahrungsmitteln ist zu verzichten.
- mahlzeiten klein halten.
- keine getränke zum essen.
- erkältungen so gut wie's geht vermeiden.
- zähne regelmässig reinigen.
- bei einnahme von arzneimitteln auf die körpereigene reaktion achten.
arzneimittel sind häufig mikrobiologischen ursprungs.
im nachhang
hat helmut ihmig noch einen sehr ausführlichen und zuweilen schwer
verständlichen teil des biologischen hintergrundes seiner these angeführt.
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